Nord Äthiopien

Addis Abeba, eine 120 Jahr alte Stadt, liegt auf einer Hochfläche von 2350 – 2500 m. Im Wim`s Holland House, ein Treff der Globetrotter verbrachten wir einige Tage. Es liegt im Zentrum der Stadt, das Essen ist gut und man kann wichtige Informationen mit anderen Reisenden austauschen. Auf den Weg nach Lalibela hatten wir ein Problem mit einem Sensor, so  fuhren wir die 400 km vom Lake Hayk nach Addis zurück um dies zu reparieren.

Die nächsten Tage  fuhren wir dann die östliche Route durch eine atemberaubende Landschaft in Richtung Lake Tana. Schön sind die Nilschluchten. In einem 1000 m tiefen Tal fließt der blaue Nil nach Khartum. Nach zahlreichen Serpentinen führt die Straße  über eine moderne Brücke. Zwei geruhsame Tage verbrachten wir am Lake Tana bei Kim und Tim, einem holländischen Paar. Sie betreiben hier eine Lodge, das viele Arbeitsplätzte schafft.

Weiter ging es über Gonder nach Axum, Mekele und an den  kulturellen Höhepunkt der Reise nach Lalibela. In Lalibela  gibt es elf weltberühmte Kirchen aus dem 12. Und 13. Jhrd. Es sind überwiegend  Gruft und Grottenkirchen sowie die vier monolithischen Kirchen. Juwel der Anlage ist die Georgs- Kirche, die in Kreuzform in Fels gemeißelt ist. Diese Kirchen sind nicht nur Denkmäler, sondern auch heute noch Andachtsräume eines alten tief empfundenen Glaubens.

Wir waren von der Schönheit dieses Landes hingerissen! Die hochgelegenen Bergstraßen führten uns an die bei den Getreideerntenden Bauern vorbei. Man fühlt sich um 100 Jahre zurückversetzt. Wenn Kinder unser Auto erspähten, kamen sie aus allen Richtungen herbeigelaufen. Wir wunderten uns immer wieder über ihre Schnelligkeit wie sie ohne Schuhe über die Felsen laufen. Unser Auto fungierte morgens paarmal als Schulbus.

Meistens kommt man mit dem Auto nicht schnell vorwärts. Die Hauptrouten sind zwar schön asphaltiert, aber die Straßen sind voll von Menschen, Kühen, Esel, Schafen und Ziegen. Sehr anstrengend!

Das Volk der Mursi

Es gibt mehr als 83 ethnische Gruppen und unser Interesse galt im Südosten den exotischen Kulturen der Mursi, Kara und Hamer. Die Mursi, ein von Ackerbau und Rinderzucht lebender Volksstamm sind für seine auffälligen Körperschmuck, Bemalung, Narben, Tellerlippen und Ohrläppchen berühmt. Die Lippenteller der Frauen: im Alter von etwa 17 Jahren wird die Unterlippe der Länge aufgeschnitten und die unteren vier Schneidezähne herausgebrochen. Ein Holzstift verhindert das zusammenwachsen der Lippen. Später werden die selbstgemachten Tonscheiben eingesetzt. Dies soll das Ansehen und den Brautpreis erhöhen.

Mit dem Führer Marc, einem jungen Mann vom Volk der Hamer besuchten wir ein Mursi Dorf im Mago Nationalpark. Wir hatten dabei  Stress, den alle wollten fotograviert werden. Wollte man einen bestimmten fotogravieren, waren gleich fünf andere im Bild. Jeder bekam pro Bild Geld.

Äthiopien Süden

 

Am 09.11.13 reisten wir in Äthiopien ein. Die Grenzformalitäten wurden rasch abgewickelt. Äthiopien ist etwa dreimal so groß wie Deutschland und neben Lesotho das höchstgelegene Land Afrikas.

Überrascht hat uns die Fruchtbarkeit und Schönheit der Landschaft. In über 2000 m gedeiht Weizen, Mais,  Kartoffel, Teff, Sorghum und Gerste. Die Hauptstraßen, die sehr schön sind, sind  voller Menschen, Esel und Rinderherden. Man fährt immer mit höchster Konzentration. Mit Hüftwackeln und Froschtanz versuchen die Kinder unsere Aufmerksamkeit zu erlangen. Immer wieder hören wir: You, You…give Money, Money.

In der Gegend von Konso schufen die Bewohner um das Land gut zu nutzen, an den Berghängen Terrassen. Wir fuhren  von Konso in den Mago National-Park, dann zurück in Richtung Bale Gebirge, dann entlang der Seen des ostafrikanischen Grabenbruchs nach Addis Abeba.

Nairobi und Kenias Norden

Insgesamt verbrachten wir 8 Tage in Nairobi. Die Stadt liegt 1800 m hoch und hat ein angenehmes Klima. Obwohl wir keine Städtetouristen sind und bezüglich Kriminalität die Stadt auch nicht ohne ist,  hat es uns recht gut gefallen.Weiter ging es, an Bananen-, Kaffee- und Blumenplantagen vorbei in die Gegend des Mt. Kenia. Er ist 5199 m hoch und der zweitgrößte Berg Afrikas. Leider zeigte er sich uns stets wolkenverhangen. In der Stadt Nanyuki waren wir überrascht, dass das englische Militär ein Trainingszentrum für Urwald und Wüsteneinsätze  hat. Von hier hat man einen herrlichen Blick auf das Laikipia-Platau(erstreckt sich vom Mt. Kenia bis an den Rand des ostafrikanischen Graben)

Isiolo ist die letzte größere Stadt vor dem trockenen Norden. Hier trifft man auf malerisch gekleidete Nomaden aus dem Norden. Es sind Samburo(ähnlich der Massai), Turkana, Somali und Boraner.

Ursprünglich wollten wir zum Lake Turkana, aber die etwas verfrühte kleine Regenzeit und man erzählte uns von den Spannungen zwischen Samburos und Turkana, machten unseren Plan zunichte. In Archer`Post, im Umjoja Campsite verweilten wir 2 Tage. Das Frauendorf und Campsite wurde von Rebecca Lolosoli gegründet, die sich für die Rechte vergewaltigter Frauen einsetzt. Mit den Einnahmen  aus dem Camp und der Herstellung von Perlenschmuck können sich einige Frauen ihre Unabhängigkeit von ihren despotischen und faulen Männern finanzieren.

So nun ging es  in Richtung Äthiopien. Die Strecke hat wegen der Überfälle von Banditen und der äußerst schlechten Straße einen üblen Ruf. Die Polizei versicherte uns aber, dass zurzeit Ruhe herrscht, aber die Straße nach Marsabit  wegen dem Regen unpassierbar sei. Wir fuhren trotzdem los. Karl und der Igl  meisterten bravourös die sehr seifigen, tiefen Schlammpassagen. Haarig wurde es, wenn wir uns an den vielen steckengebliebenen Autobusse und Militärfahrzeugen vorbeischlängelten. Insgesamt benötigten wir für die 450 km lange Strecke zur äthiopischen Grenze Moyale 2 Tage. Vor Marsabit machten wir Bekanntschaft mit Steine werfende Jugendliche. Jetzt haben wir einen Sprung im Fenster an der Seitentür. Hoffentlich machen wir diese Erfahrung nicht öfters!

Kenia Amboseli Nationalpark

Seit dem 23.10.13. sind wir in Kenia. Wir fuhren nördlich rund um den Kilimanjaro über die Grenze, vorbei an Maisfelder, teilweise Regenwald, Bananen und Kaffeplantagen. Der Kilimanjaro versteckte sich ständig unter einer dichten Wolkendecke.

Nach dem Grenzübertritt nach Kenia besuchten wir den Amboseli Nationalpark. Von hier sieht man den höchsten Berg Afrikas (5895m) Mt. Kilimanjaro mit seiner leider immer kleiner werdenden weißen Kappe besser als von der tansanischen Seite.

Feuchtgebiete, offene Ebenen, Waldzonen und dornig bewachsenen Lavazungen bilden eine reizvolle Landschaft mit sehr reicher Tierwelt. Auf unserer Safari sahen wir riesige Herden von Elefanten, Zebras, Gnus, Büffel und mit Glück auch Löwen und Hyänen.

Zurzeit sind wir in Nairobi und bereiten uns für die Weiterreise, die in paar Tagen beginnen wird vor.

Das nächste Abenteurer beginnt mit der Route Nairobi: Mont Kenia-Isiolo-Marsabit nach Äthiopien.

Besuch bei den Massai(Tansania)

Die Massai sind ursprünglich ein nomadisch lebendes Hirtenvolk. 1550 wanderten sie entlang des Nils aus Sudan und Ägypten nach Kenia und Tansania. Als die Briten das damalige Tanganyka besetzten, verloren sie durch Jagdreviere und Nationalparks an Land und wurden teilweise in Reservate vertrieben.

Überall in Tansania und Kenia sieht man traditionell  gekleidete Massai. Besonders am Land halten sie immer noch streng an ihrer Tradition fest. Da wir oft eine Hemmung haben, Menschen zu fotografieren und in fremde Häuser zu gehen, besuchten wir das Schaudorf Olpopongi. Es ist zwar für den Besucher nachgebaut, wird aber von den umliegenden Dorfbewohnern betrieben. Ursprünglich wollten wir nur einige Stunden bleiben, blieben aber zwei Tage weil wir uns dort sehr wohlfühlten und viel Spaß hatten. Nach dem getanzten Begrüßungsritual wurde uns viel über ihre Tradition und Leben erzählt. Bei der angeblich 96 jährigen ,,Oma“ erfuhren wir bei der Teezeremonie über ihre Erlebnisse am heiligen Berg(Ol Doinjo Lengai), ihrer Tätigkeit als Herbal Doktor und Geburtshelferin. Freddy, ein Senior Krieger übersetzte in Englisch. Nur in Kürze was wir von ihn erzählt bekamen:

Jeder Massai gehört ab der Geburt zu einer bestimmten Altersklasse an, die sein soziales Leben, den Status und die Aufgaben bestimmt. Im Alter von 15 – 18 Jahren werden die jungen Männer des Stammes beschnitten und damit zu Kriegern(Moran). Leider erfuhren wir, werden noch heute Massai Mädchen am Land vor ihrer Pubertät im Alter von 15 – 18 Jahren, von älteren Frauen beschnitten. Danach stehen sie zur Heirat zur Verfügung. Ein vermögender Mann darf viele Frauen haben. Viele Massai sind Christen, glauben dennoch an mehrere Götter.

Neben der traditionsreichen Tierzucht verdienen sich die Männer heutzutage ihr Einkommen auch als Nachtwächter oder Sicherheitspersonal (Askari), Türsteher oder als Verkäufer für typische Massai Produkte.

Das Leben der Frau unterscheidet sich grundlegend von dem der Männer. Die jungen Mädchen helfen den Müttern und Großmüttern bei allen Aufgaben. Alle Frauen sammeln gemeinsam Feuerholz, tragen über kilometerweite Strecken  das Wasser auf den Köpfen herbei und  bauen die Grundnahrungsmittel an. Auch der Bau der Hütten ist die Arbeit der Frauen. In der heutigen Zeit fertigen sie Perlenschmuck für den Verkauf an.

Man kann sagen, dass die Massai-Frauen wie fast überall in Afrika ein weitaus härteres Arbeitsleben haben als die Männer. Männer sind in Afrika, seit sie nicht mehr jagen, ja bekanntlich fürs Palavern zuständig.