Wieder zu Hause

Nach 24 Monaten und

ca. 90.000 km

35 Staaten

sind wir mit einem glücklichen und einem weinenden Auge gesund und wohlbehalten in die Heimat zurückgekehrt.

In der Türkei und Griechenland wollten wir etwas länger verweilen, haben aber wegen kleinen Problemen beim Igl die Heimreise vorzeitig angetreten. In Istanbul erhielten wir  den angeblich defekten Teil nicht. In Griechenland  hatten wir seit Monaten das erste Mal stärkeren Regen und es ist Wasser in die Kabine eingedrungen.

Die Ursache war: in Simbabwe ist uns ein Baum von hinten angesprungen.

90 000 km haben wir bei der Afrika Umrundung zurückgelegt. Das Fahren war nicht immer ungefährlich, teilweise die Wetter und Straßenverhältnisse, aber meistens ist es die afrikanische Fahrweise die uns die Haare zu Berge stehen ließen. Glücklich sind wir, dass wir keine größeren Unfälle und Reparaturen beim Auto hatten. Bis Südafrika hatten wir neun Reifen ruiniert, bei der Rückreise ging es besser, wir hatten keinen einzigen Platten.

Karl hat gelernt!!

Das Tempo der Reise bestimmte öfters das  Ablaufdatum des Visums. Wir mussten oft froh sein, überhaupt welche zu erhalten z.B. Nigeria, Kongo und Angola. Die Preise dafür waren teilweise sehr hoch. Insgesamt machten wir uns viele Gedanken  über die Armut, politische und wirtschaftliche Verhältnisse der Länder. Schade, dass so ein schöner Erdteil so dunkle Seiten hat. Die Fröhlichkeit und Gelassenheit der oft so armen Menschen ist ansteckend und hat uns immer wieder begeistert.

Die verschiedenen schönen Landschaften, Tiere, alte Volkstämme und Fröhlichkeit der Menschen machen die Faszination dieses Erdteiles aus.

Wir haben vor, 2016 die Reise nach Südamerika fortzusetzen. So können wir unsere Eindrücke besser verarbeiten und uns besser für Südamerika vorbereiten und ich kann mehr Zeit mit meiner betagten Mutter verbringen.

Istanbul

Auf den Weg nach Istanbul entschlossen wir uns noch an die Westküste der Türkei zu fahren. Der Tourismus ist dort nicht so ausgeprägt wie teilweise an der Südküste. In der sanft hügeligen Landschaft befinden sich riesige Anbauflächen von Wein(Weintrauben und Rosinen) und Oliven. Hat uns gut gefallen.

Für ein paar Tage fuhren wir noch an das Schwarze Meer. Dort überraschte uns leider ein kühles, nebeliges Wetter das uns bis nach Istanbul folgte.

Nichts desto trotz genossen wir diese an prächtigen Gebäuden strotzende 14 Millionenstadt. Das Fahren in Istanbul haben wir uns schlimmer vorgestellt. Gottseidank haben wir das Geburtstagessen von Karl  einen Tag vorverlegt und im fünften Stock über den Bosporus genossen. Am nächsten Tag verbrachten wir den ganzen Tag in einer Werkstatt weil die Lichtmaschine defekt war und die Gasgebung und Kurbelwelle nicht richtig arbeiteten. Heute teilte man uns mit, dass morgen(26.2.) unser Igl startklar ist. Es ist zwar nicht alles repariert weil ein Teil nicht vorhanden war, aber wir sollten nach Hause kommen. Haltet uns die Daumen!

Pamukkale

Heute marschierten wir barfüßig über die spektakulären Kalksinterterrassen in Pamukkale (heißt Baumwollschloss im türkischen). Durch die Ablagerung des Thermalwassers entstanden terrassenförmige Kalksteinbassins. Schon die Römer, die hier im 2. Jh. n. Chr. die Stadt Hierapolis bauen ließen, nutzten die heilende Wirkung des kalziumbikarbonathaltigen  Wassers.  Ich hatte Karl zwar versprochen,  ihn keinen Steinhaufen mehr zu zeigen, aber oben angekommen machten wir eine lange Entdeckungstour durch die Ruinenstadt Hierapolis. Es war interessant und Karl war auch begeistert. Morgen geht es in Richtung Istanbul weiter.

 

Von Mersin nach Fethiye

Den Frühling genossen wir an schönen Stränden des Mittelmeeres von Mersin bis Fethiye. Es gibt dort so viel zu entdecken. Es sind ganz andere Eindrücke als unsere Club-Urlaube hier vor einigen Jahren.

In der Nähe von Silifke: das Göksu Delta, ein Naturparadies, Brutstätte der Meeresschildkröte. In der Nähe von Kas: die Sanddünen bei Patara und zusätzlich die Ruinen der lykischen Hafenstadt Patara. Der Strand bei Öludeniz, eine azurblaue Lagune mit weißem Sandstrand. Mit einem Boot kann man in das Schmetterlingstal fahren. Leider waren wir von der Zeit noch etwas zu früh.

In den vielen Gewächshäusern  werden überall an der Küste Tomaten, Gurken, Melanzani und anderes Gemüse gezogen. Rund um Anamur wachsen in riesigen Gewächshäusern Bananen.

 

Türkei

Seit dem 22.01.14 sind wir in der Türkei. Wir flogen von Alexandria nach Antakya, bekannt durch die Petrus Grotte, wo Petrus die erste Christengemeinde gegründet hat. Unser Auto, der Igl, kam mit der Fähre von Damieta nach Iskenderum nach.

Südlich von Iskenderum, in Karacay, blieben wir über eine Woche. Es ist der südlichste Teil der Türkei. Das Klima ist sehr mild, die Mohnblumen blühen gerade und die Orangenernte geht gerade dem Ende zu. Im Hintergrund sahen wir den Schnee von den Bergen herunter leuchten. Nach Afrika fürchteten wir uns vor der Kälte. Die hatte uns jetzt im schönen Kappadokien in Anatolien erwischt!  Minus 5 Grad in der Nacht. Tagsüber nur bis 6 °Plus. Aber die atemberaubende Schönheit dieser Landschaft ließ uns das vergessen. Eine Märchenlandschaft! Regen, Wind und Flussläufe haben im Laufe von Millionen von Jahren  ein bizarres Gebilde aus Tuff, einer kittartigen Vulkanasche hinterlassen. Hinter den aschgrauen Fassaden verbergen sich kleine Kirchen, die den Urchristen als Verstecke dienten.

Nach Kappadokien genießen wir wieder das milde Klima an der Küste des Mittelmeeres. Die Türkei hat sehr viel zu bieten: Kultur, verschiedenste Landschaften, gutes Essen und Gastfreundschaft. Wir sind überrascht, dass  die Bevölkerung der Türkei fortschrittlicher ist, als so manche unsere türkischen Mitbewohner in  Österreich die an ihren alten Traditionen und Ehrencodexen festhalten. Wir sind bis jetzt Tausend Kilometer im Land unterwegs und empfinden das Land als aufstrebendes Land.

Kairo

Nur kurz verweilen wir in Kairo. Wir sind bei Sue, einer Australierin die mit einem Ägypter verheiratet ist. Heute machten wir einen Ausflug zu den Pyramiden von Giza. Wir unternahmen eine Kameltour zu den Pyramiden. Ein tolles Erlebnis.

Ägypten

Am 1.1.2014 erholten wir uns in einem schönen Hotel am Nil in Assuan von unseren Kälte-Strapazen bei unserer Überfahrt. Unsere Autos standen noch bis zum 2.1. am Zoll. Seit Mojale in Kenia reisen wir streckenweise gemeinsam mit Ruth und John aus Australien.

Von Assuan ging es zum roten Meer nach Marsa Alam. Wir staunten, wie  dort entlang der Küste extrem viele riesige Hotelanlagen gebaut werden. Ob sie jemals fertig werden? Die fertigen Anlagen sind derzeit nur wenig belegt. Hauptsächlich mit Touristen aus Osteuropa.

Sowie in Sudan, erfreuen wir uns über die großzügige Gastfreundschaft der Leute hier. Von der politisch instabilen Lage merkt man an den meisten Orten als Tourist wenig. Immer wieder beklagen sich die Leute über den Einbruch des Fremdenverkehrs.

Nach dem Genuss der schönen Unterwasserwelt am roten Meer ging es nach Luxor. Schon zum drittenmal in meinem Leben besuchte ich das Tal der Könige und war wieder begeistert.

Weiter ging es zu den Oasen in der Libyschen Wüste. Ein absolutes Highlight ist die weiße Wüste. Wind und Wetter schufen über Jahrtausend aus strahlend weißem Kalkstein bizarre Kunstwerke. In den Oasen sprudeln heiße Quellen. Jetzt im Winter, lockt das eisenhaltige Wasser zum Baden.

Sudan, nubische Wüste und Fahrt nach Ägypten

Der Aufenthalt in Port Sudan war sehr kurz weil wir wegen einer Erkältung Karls nicht Tauchen konnten. Außerdem war es sehr windig und auch kühl. Es lief auch kein Tauchschiff aus. Hat eben nicht sein sollen! So fuhren wir langsam in Richtung Wadi Halfa. Den Weihnachstabend verbrachten wir in der Nähe von Dongola in der nubischen Wüste. Als Christbaum fungierte der funkelnde Sternenhimmel. Weihnachtsmenü: Bohnengulasch! Bier dazu wäre fein gewesen, aber Alkohol ist in diesem Land nicht erlaubt.

Es ist einfach herrlich in der Wüste zu campieren. In der Einsamkeit der weiten nubischen Wüste kann man sich sicher fühlen weil die Sudanesen hier vertrauenswürdig und zurückhaltend sind und auch in den Sanddünen ist man zusätzlich schwer zu entdecken.

Von Sudan kommt man nur mit der Fähre über den Assuan Staudamm nach Ägypten. Es gibt zwar eine Straße, aber keine Grenzabfertigung. So ist man gezwungen, für teures Geld mit der rostigen und schmutzigen Fähre zu überschiffen. Unser Igl wurde separat verschifft. (Kosten insgesamt 800U$)

So verbrachten wir den Silvesterabend frierend mit viel  frischer Luft unter klarem Sternenhimmel. Von Asuan geht es jetzt Richtung zum Roten Meer und dann zurück in das Landesinnere in die weiße Wüste.

Musawwarat und Pyramiden von Meroe

Nach schönen Tagen in Khartoum ging es in die Wüste. In Sudan gibt es viele Tempel-Anlagen sowie Pyramiden zu besuchen. Die Pyramiden sind zwar nicht so groß wie in Ägypten, dafür kann man sie fasst alleine bestaunen. Bei jeder Besichtigung schliefen wir in der Wüste. An die Stille und Ruhe dort mussten wir uns erst wieder gewöhnen. Einmal saßen zwei Souvenirverkäufer neben unserem Auto und breiteten ihre Ware aus. Wir wollten zwar nichts kaufen, aber als wir erfuhren, dass sie von der nächsten Ortschaft die 3 km von uns entfernt  war, kamen, kauften wir ihnen ein paar Sachen ab.

Weiter ging unsere Reise von Atbar nach Port Sudan am roten Meer. Die ersten paar hundert Kilometer fuhren wir durch eine Sandwüste und die letzten 100 Kilometer wurden gebirgig mit Höhen bis zu 1500 m. Zurzeit ist es in Sudan nicht so heiß. Tagsüber in der Sonne hat es schon bei 30°, in der Nacht kühlt es ziemlich ab.

Sudan – Khartoum

Am 09.12.13 überquerten wir die Grenze Äthiopien-Sudan. Fasst schlagartig wurde es flacher, keine Menschenmassen und Tiere beschlagnahmten die Straße. An einem Tag fuhren wir von der Grenze entlang an teilweise schon geernteten Sorghum, Sesam, Mais und andere Getreidefeldern nach Khartoum.

Khartoum ist für eine afrikanische Stadt sehr sauber, fasst schon westlich. Es gibt sogar Verkehrsampel und die Autofahrer bleiben bei rot tatsächlich stehen. Die Menschen sind äußerst freundlich und im Gegensatz zu anderen Ländern  zurückhaltend. Wir erfuhren eine überaus großzügige Gastfreundschaft. Von einem Sudanesen, der in Wien studierte, wurden wir in seinem Haus zu einem feudalen Essen eingeladen. Als wir ihn mitteilten, dass wir uns für die tanzenden Derwische interessierten, fuhr er uns zum Grab des Hamid del Nil wo jeden Freitag der Tanz der Derwische stattfindet. Anschließend organisierte er über Bekannte einen Besuch in der großen Masid Moschee bei der Sufi Moslem Gebets und Tanzzeremonien zelebrierten. Auch als Frau kann man als Zuseher daran teilhaben. Wir wurden als Ehrengäste behandelt und Karl durfte beim Derwisch Ritual an der Seite des Oberhauptes und UN Botschafters Sheik Sadekh mitmachen. Anschließend gab es ein Essen. Dieser Tag wird uns immer in Erinnerung bleiben.