Eine Nacht im Kloster

So ca. 100 km östlich von Belo Horizonte liegt in einem wunderschönen Tal der Parque Natural do Caraca. Es bildet sich dort die Übergangszone vom atlantischen Regenwald und dem Cerrado(Savanne). Inmitten liegt das ehemalige Kloster und Internat Santuario do Caraca. Es wurde zu einer Pension (Pousada) umfunktioniert. Da hier das Campen nicht erlaubt ist, nahmen wir dort ein einfaches Klosterzimmer. Das regionale Essen war sehr gut, das Zimmer einfach und sauber. Nach dem Essen gab es eine schöne Messe.
Die Hauptattraktion aber sind die Mähnenwölfe die bis zum Kirchenportal zum Fressen kommen. Bis jetzt waren wir Wölfen noch nie so nah.

Tiradentes und Ouro Preto

Im 18.Jh wurde der Bundessaat Minas Gerais zum größten Gold- Produzenten der Welt“. So entstanden viele historische Städte. Sie alle zu besuchen, müssten wir noch einige Jahre in Brasilien bleiben. So besuchten wir für einige Tage Tiradentes und Ouro Preto. Durch den damaligen Reichtum entstanden wunderschöne, prunkvolle mit Gold überladende Kirchen. Tiradentes wurde zu Ehren des gemarterten Freiheitshelden, der von einer Farm in der Nähe stammte, benannt. Er und elf Mitverschwörer gründete die Inconfidencia Mineira, die erste organisierte Unabhängigkeitsbewegung, um die Portugiesen zu stürzen. Sie scheiterten jedoch, 1792 wurde Tiradentes hingerichtet. Er wurde gevierteilt, sein Kopf in Ouro Preto ausgestellt!
Von all den Kolonialstädten, die in Minas Gerais verstreut liegen, glänzt Ouro Preto. Mühsam ist es, die engen unebenen, sehr steilen Kopfsteinpflasterstraßen zu Fuß und auch mit dem Auto zu bewältigen. Nichts desto trotz quälten wir unseren Igl an einer der höchsten Stelle der Stadt, zur Kirche Francisco de Paula, wo wir die Nacht verbrachten.

Sao Paulo

Seit dem 7.09.17 sind wir wieder in Brasilien. In Sao Paolo genossen wir einige Tage die Gastfreundschaft von Madeleine und Roland, die wir in Uruguay kennen gelernt haben. Sie führten uns ins Zentrum der Altstadt diesen pulsierenden brasilianischen Schmelztiegel vieler Nationen. Die größte Stadt der Südhalbkugel(1554 von Jesuiten gegründet) hat viel zu bieten. Eigentlich sollte man längere Zeit in dieser Stadt verbringen. Meine Kamera in die von Menschenmassen dichtgedrängte Innenstadt mitzunehmen, wurde mir abgeraten. Also haben wir die Bilder in unseren Köpfen. Über 25 Mio. Menschen leben im Großraum der drittgrößten Metropole der Welt. Auch machten wir einen Ausflug zu einer Schnapsbrennerei wo ein besonders guter Zuckerrohrschnaps der,, Cachaca“ hergestellt wird. Der von Roland hergestellte Caipirinha schmeckte dann vorzüglich!! An einen Tag genossen wir das brasilianische Nationalgericht,, Feijoada“, ein köstliches Bohnengericht. Anschließend besuchten wir ein Freilichtmuseum von der britischen Railway Companie in der Stadt Paranapiacaba. Am Abschiedsabend gab es noch eine phantastische Grillerei.
Bei Madeleine und Roland möchten wir uns auf diesem Wege für die großzügige Gastfreundschaft bedanken.
Jetzt geht es in Richtung Brasilia weiter.

Schon wieder Reisefieber!

Wir sind aufgeregt. Am 7.Juni geht es nach Hause zum Heimaturlaub! Wir freuen uns, unsere Familie und Freunde zu sehen. Im September fliegen wir zurück und bereisen den nördlichen Teil Südamerikas.

Heute, den 3.6. sind wir an einem schönen Strand in Boraceia, das ist 130 km von Sao Paolo entfernt. Wir sind schon eine ganze Woche hier. Ich habe den Igl innen nochmals durch geputzt und wir beide haben täglich Sport betrieben. Vom Wetter ist es jetzt sehr angenehm. Es ist zwar Herbst hier, aber man kann trotzdem baden. Zwischendurch hat es kurz geregnet. Der Strand ist wochentags leer. Zum Wochenende kommen die Paulistas(Leute aus Sao Paulo) Da wird es am Campingplatz sehr laut. So nett die Südamerikaner sind, aber bezüglich lärmender Musik sind sie unschlagbar. Stolz präsentieren sie ihre dröhnenden Musikanlagen mit extremem Bass.

Jetzt geht es auf nach Sao Paulo.

Cananaia, Ilha Comprida ,Iguape

Cananaia-Ilha Comprida-Iguape

In Cananaia, einem sehr alten Kolonialsädtchen verbrachten wir zwei Tage. Als Campingplatz diente uns die Hafenmolle. Von dort gehen auch Fähren zu den umliegenden Inseln. Ein Fischer versorgte uns mit frischen Austern. Eine gute Vorspeise! Als Hauptgericht gab es Steak.

Weiter ging es nach Iguape. Dies ist eine der ältesten Städte des Landes. Iguape wurde 1538 von den Portugiesen gegründet, um Brasilien gegen die Spanier zu verteidigen. Sie hat sich das koloniale Erscheinungsbild bewahrt.

Iguape liegt an einer schmalen Meerenge vor der Ilha Comprida, einer langen und dünnen Insel(86 km lang, 3 km breit). Ein wunderschöner Strand erstreckt sich über die gesamte Atlantikküste.

Wir standen dort ganz alleine am Strand. Hin und wieder kamen freundliche Fischer vorbei. Einer versorgte uns mit wohlschmeckenden Zitronen aus dem eigenen Garten. Wir hatten schon wieder einen Wachhund: eine dreifärbige gelehrige anschmiegsame Hündin. Wenn  die Schiffsreise nicht wäre, hätten wir sie glatt mitgenommen. Karl überließ ihr seine gesamten Fleisch und Wurstvorräte. War wieder mal ein schwerer Abschied.

Weiter ging es südlich von Peruibe. Wir hatten einen Campingplatz im Naturpark ausgewählt. Es waren nur 20 km zu fahren aber wir benötigten geschlagene zwei Stunden dafür. Die Piste erinnerte uns an Afrika. Lehmig, tiefe Spuren, teilweise auch steinig. Aber der schöne Regenwald und der superschöne Strand haben uns entschädigt.

Penha-Curitiba

Penha- Curitiba
Nach der Fahrt quer durch das Land machten wir Ferien am Meer. Lange Spaziergänge am Strand, Laufen, Besuche von Strandkneipen war angesagt. Nach fünf Tage faulenzen besuchten wir die Stadt Curitiba(1,75 Mio. EW). Wichtig für uns war der Besuch des Museums des weltberühmten Architekten Oscar Niemeyers, welcher neben berühmten Bauten auch die Hauptstadt Brasilia geplant hat. Wanderausstellungen von brasilianischen und internationalen Künstlern finden hier statt. Im Keller gibt es eine Dauerausstellung über Niemeyer selbst. Ich bin ein Fan seiner Bauten. Er besaß das Talent, Beton zu architektonische Meisterwerke zu verwandeln. Sein geschwungenes Design begeistert. Oskar Niemeyer starb am 5.12.12 nur 10 Tage vor seinem 105. Geburtstag.
Wir wollten noch eine Stadtrundfahrt in Curitiba machen, aber der Regen machte unseren Plan zunichte. Bei 900 m Seehöhe jetzt im Herbst wurde es auch sehr kühl. Curitiba ist eine Stadt mit hoher Lebensqualität, viele Grünflächen und guter Infrastruktur.

Besuch im ,,brasilianischen Tirol„

 

Dreizehnlinden=Treze Tilias, liegt im mittleren Westen des Bundesstaates Santa Catarina .Dieser Ort wurde von den Einwanderer wegen der Ähnlichkeit mit der österreichischen Landschaft gewählt. In Österreich herrschte große Arbeitslosigkeit und der Landwirtschaftsminister Andreas Thaller entschloss sich, eine neue Heimat zu finden. Am 13.10.1933 wurde die Gemeinde gegründet. Es kamen 14 Einwanderungsgruppen, die meisten aus dem Land Tirol. Im Laufe der Jahre haben die Einwanderer Architektur, Musik, Sprache, Kunst, Folklore, Gastronomie und Tradition aufrechterhalten.

Wir besuchten Josef, einen Verwandten unseres Freundes Karl in dieser Stadt. Er zeigte und erzählte uns viel über Dreizehnlinden. Übrigends: herrliches Bier wird hier gebraut!!

Im Süden Brasilien trifft man auch viele deutschstämmige Brasilianer. Städte wie Blumerau, Pomerode und andere pflegen auch hier ihre Tradition. Die ersten deutschen Einwanderungswellen gab es in den 1850er und den 1890er Jahren. Politische und wirtschaftliche Flüchtlinge kamen um 1940. Allmählich verebbt die deutsche Sprache bei der jüngeren Generation.

Ältere Leute(in unserem Alter) freuen sich, wenn sie Deutsch sprechen können. Auch viele andere Nationen haben sich in Brasilien angesiedelt.

Iguacu-Fälle (Brasilien)

Wir hatten das Glück, die Iguacu-Fälle zum zweiten Mal zu sehen. Vor 8 Jahren waren wir schon hier. Diesmal blieben wir auf der brasilianischen Seite. Auf einem mehr als 3 km langen und 80 m hohen Areal stürzen sich ganze 275 Kaskaden in die Tiefe.

Auf einer 1200 m langen Route entlang dem Rio Iguacu bekommt man einen guten Überblick über das grandiose Gebiet. Am Fuße der Garganta do Diablo (Teufelschlucht) endet der Pfad. Auf einen Steg gelangt man zur Mitte des Flusses und man spürt die Kraft des Wassers. Regenschutz ist angesagt. An der Einfahrtstrasse sahen wir schon Turkane. Viele schlaue freche Nasenbären wuselten um die vielen Besucher.

Von Argentinien nach Bolivien und Paraguay

Von Argentinien nach Bolivien und Paraguay

Von der hochgelegenen Stadt Humahuaca fuhren wir zum bolivischen Grenzübergang Jacuiba. Schon im argentinischen San Salvador de Jujuy kamen wir auf eine Seehöhe von 465m. Die Landschaft wurde üppiger, riesige Mais und Zuckerrohrfelder säumten die Straße. Die bolivianische Grenzstadt Jacuiba hat uns an afrikanische Städte erinnert. Ein Ramschladen nach dem anderen. Im südöstlichen Bolivien, dem boliv. Chaco, machten wir auf der Straße Bekanntschaft mit Mennoniten, die teilweise noch wie im vorigen Jhd. Leben. Sie fuhren tatsächlich noch ein Pferdefuhrwerk mit Eisenrädern. Ebenso war auch ihre Kleidung. Ich getraute mich natürlich nicht, sie zu fotografieren. In der paraguayischen Chako hielten wir uns in einer mennonitischen Hochburg auf. Diese Gruppe hat sich an die heutige Zeit angepasst. Die Mennoniten sind Mitglieder einer protestantischen Wiedertäufergemeinde. Sie haben eigene Banken, Schulen und Krankenhäuser. Sie sind gut ausgebildet und sprechen neben Deutsch, Englisch, Spanisch auch Guarani(Sprache der Ureinwohner). Obwohl sie eine kleine Bevölkerungsgruppe sind, erzeugen sie die Milchprodukte für einen überwiegenden Teil des Landes und exportieren auch in die umliegenden Länder.

Schnurgerade durch Paraguay geht die Ruta 9(Chaka Highway). Sie führt südostwärts in die Hauptstadt Asuncion. Diese Hautroute hat von Schlaglöchern, Lehmpisten und feinsten Asphalt(ab Pozo Cholorado) alles zu bieten.