Penha-Curitiba

Penha- Curitiba
Nach der Fahrt quer durch das Land machten wir Ferien am Meer. Lange Spaziergänge am Strand, Laufen, Besuche von Strandkneipen war angesagt. Nach fünf Tage faulenzen besuchten wir die Stadt Curitiba(1,75 Mio. EW). Wichtig für uns war der Besuch des Museums des weltberühmten Architekten Oscar Niemeyers, welcher neben berühmten Bauten auch die Hauptstadt Brasilia geplant hat. Wanderausstellungen von brasilianischen und internationalen Künstlern finden hier statt. Im Keller gibt es eine Dauerausstellung über Niemeyer selbst. Ich bin ein Fan seiner Bauten. Er besaß das Talent, Beton zu architektonische Meisterwerke zu verwandeln. Sein geschwungenes Design begeistert. Oskar Niemeyer starb am 5.12.12 nur 10 Tage vor seinem 105. Geburtstag.
Wir wollten noch eine Stadtrundfahrt in Curitiba machen, aber der Regen machte unseren Plan zunichte. Bei 900 m Seehöhe jetzt im Herbst wurde es auch sehr kühl. Curitiba ist eine Stadt mit hoher Lebensqualität, viele Grünflächen und guter Infrastruktur.

Besuch im ,,brasilianischen Tirol„

 

Dreizehnlinden=Treze Tilias, liegt im mittleren Westen des Bundesstaates Santa Catarina .Dieser Ort wurde von den Einwanderer wegen der Ähnlichkeit mit der österreichischen Landschaft gewählt. In Österreich herrschte große Arbeitslosigkeit und der Landwirtschaftsminister Andreas Thaller entschloss sich, eine neue Heimat zu finden. Am 13.10.1933 wurde die Gemeinde gegründet. Es kamen 14 Einwanderungsgruppen, die meisten aus dem Land Tirol. Im Laufe der Jahre haben die Einwanderer Architektur, Musik, Sprache, Kunst, Folklore, Gastronomie und Tradition aufrechterhalten.

Wir besuchten Josef, einen Verwandten unseres Freundes Karl in dieser Stadt. Er zeigte und erzählte uns viel über Dreizehnlinden. Übrigends: herrliches Bier wird hier gebraut!!

Im Süden Brasilien trifft man auch viele deutschstämmige Brasilianer. Städte wie Blumerau, Pomerode und andere pflegen auch hier ihre Tradition. Die ersten deutschen Einwanderungswellen gab es in den 1850er und den 1890er Jahren. Politische und wirtschaftliche Flüchtlinge kamen um 1940. Allmählich verebbt die deutsche Sprache bei der jüngeren Generation.

Ältere Leute(in unserem Alter) freuen sich, wenn sie Deutsch sprechen können. Auch viele andere Nationen haben sich in Brasilien angesiedelt.

Iguacu-Fälle (Brasilien)

Wir hatten das Glück, die Iguacu-Fälle zum zweiten Mal zu sehen. Vor 8 Jahren waren wir schon hier. Diesmal blieben wir auf der brasilianischen Seite. Auf einem mehr als 3 km langen und 80 m hohen Areal stürzen sich ganze 275 Kaskaden in die Tiefe.

Auf einer 1200 m langen Route entlang dem Rio Iguacu bekommt man einen guten Überblick über das grandiose Gebiet. Am Fuße der Garganta do Diablo (Teufelschlucht) endet der Pfad. Auf einen Steg gelangt man zur Mitte des Flusses und man spürt die Kraft des Wassers. Regenschutz ist angesagt. An der Einfahrtstrasse sahen wir schon Turkane. Viele schlaue freche Nasenbären wuselten um die vielen Besucher.

Von Argentinien nach Bolivien und Paraguay

Von Argentinien nach Bolivien und Paraguay

Von der hochgelegenen Stadt Humahuaca fuhren wir zum bolivischen Grenzübergang Jacuiba. Schon im argentinischen San Salvador de Jujuy kamen wir auf eine Seehöhe von 465m. Die Landschaft wurde üppiger, riesige Mais und Zuckerrohrfelder säumten die Straße. Die bolivianische Grenzstadt Jacuiba hat uns an afrikanische Städte erinnert. Ein Ramschladen nach dem anderen. Im südöstlichen Bolivien, dem boliv. Chaco, machten wir auf der Straße Bekanntschaft mit Mennoniten, die teilweise noch wie im vorigen Jhd. Leben. Sie fuhren tatsächlich noch ein Pferdefuhrwerk mit Eisenrädern. Ebenso war auch ihre Kleidung. Ich getraute mich natürlich nicht, sie zu fotografieren. In der paraguayischen Chako hielten wir uns in einer mennonitischen Hochburg auf. Diese Gruppe hat sich an die heutige Zeit angepasst. Die Mennoniten sind Mitglieder einer protestantischen Wiedertäufergemeinde. Sie haben eigene Banken, Schulen und Krankenhäuser. Sie sind gut ausgebildet und sprechen neben Deutsch, Englisch, Spanisch auch Guarani(Sprache der Ureinwohner). Obwohl sie eine kleine Bevölkerungsgruppe sind, erzeugen sie die Milchprodukte für einen überwiegenden Teil des Landes und exportieren auch in die umliegenden Länder.

Schnurgerade durch Paraguay geht die Ruta 9(Chaka Highway). Sie führt südostwärts in die Hauptstadt Asuncion. Diese Hautroute hat von Schlaglöchern, Lehmpisten und feinsten Asphalt(ab Pozo Cholorado) alles zu bieten.

Salta und der andine Nordwesten

 

Sehr hoch und trocken liegt der Nordwesten Argentiniens am Rand der mächtigen Anden.

Alte koloniale Städte, alte Kulturen, bizarre Felsformationen, Indigene Kulturen, Lamas und Vicunas prägen diesen Teil des Landes.

Da wir langsam unterwegs sind, haben wir uns gut an die Höhenlagen anpassen können. Wir hatten nur einmal leichte Kopfschmerzen weil wir zu den Steaks einen Rotwein getrunken hatten. Also: ab 3500 m gibt es keinen Alkohol mehr! Das Fleisch ist übrigens in ganz Argentinien ausgezeichnet.

Die regionale Küche schmeckt mir auch sehr gut. Probiert haben wir: Lama, Locro: Eintopf aus Mais, Bohnen, Kürbis und Speck, sowie Humitas: ein Maisgericht. Berühmt und gut sind die Empanadas. Entweder in Öl gebraten oder aus dem Lehmoffen gebacken mit verschiedenen Füllungen. Auch Quinoagerichte gibt es.

Die meiste Zeit koche ich aber selbst weil wir sehr gerne irgendwo in der Pampa nächtigen.

In Salta waren wir vom Museum de Arqueologia De Alta Montana(MAAM), eine Ausstellung der Inkakultur beeindruckt. Ein Schwerpunkt sind die rituellen Kinderopfer. Im Mittelpunkt sind die mumifizierten Körper der drei Kinder. Gefunden wurden sie 1999 am Gipfel des LLullaillaco.

Zum Fest(Bilder), wo die Gauchos die Kühe mit dem Lasso eingefangen haben, kamen wir zufällig, weil wir in der Nähe geschlafen haben. Obwohl wir Fremde waren, wurden wir zum Asado(Grillen)eingeladen. Das Kauen von Kokablättern ist in dieser Region erlaubt. Wir haben es aber nicht ausprobiert. Wäre aber ein gutes Mittel gegen Höhenkrankheit.

Morgen reisen wir über Bolivien nach Paraguay.

Aconcagua/Santiago de Chile/Valparaiso

Über den wildromantischen Parque Acongagua ging es wieder einmal nach Chile. Bei schönem Wetter machten wir eine kleine Bergtour am Fuße des Acongagua(knapp unter 7000m)

Die 8 Mill. Einwohnerstadt Santiago de Chile ist durchaus sehenswert. Sehr sauber und historisch auch interessant. Wir hatten den Eindruck, dass die Einwohner der Stadt sehr gelassen sind. Hoch her geht es abends im Ausgehviertel Barrio Bellavista.

Wenn man die Küstenkordillere durchquert, kommt man in das ,,paradiesische Tal „Valparaiso. Weiß nicht, warum die Stadt so heißt. Auf 45 Hügeln drängen sich Häuseransammlungen zum Meer. Teilweise bunt bemalt, teils neu renoviert macht sich eine Klettertour auf den vielen Stufen bezahlt. Man kann auch die Aufzüge und Seilbahnen benützen.

Mendoza

Unwahrscheinlich, was der Mensch aus einer wüstenähnlichen Landschaft schaffen kann!

Jesuiten pflanzten vor mehr als 500 Jahren die ersten Reben. Qualitätsverbesserungen brachten europäische Einwanderer, die die,, Criolla“ Rebe der Jesuiten durch Rebsorten wie Merlot, Cabernet Sauvergnon, Malbec und Syrah ersetzten.

Die Schlüsselrolle spielt das kontrollierte Bewässern. Die Winzer in der ursprünglichen wüstenhaften Gegend von Mendoza brauchen selten einen heftigen Regen vor der Ernte befürchten. Tagsüber die heißen Temperaturen und nachts die kühle Temperatur der Anden lassen den Wein gut gedeihen.

Wir besuchten das schön Weinanbaugebiet Valle de Uco, und natürlich die Satellitenstädte Lujan de Cuyo und Maipu die mit Mendoza schon zusammengewachsen sind. Natürlich kauften wir ein paar Flascherl.

In Mendoza musste ich mir neue Laufschuhe kaufen. Ich stellte sie abends nach dem Laufen am Autoreifen ab und vergaß die Schuhe wegzuräumen. Morgens war ein Schuh weg! Der Übeltäter war einer von den zahlreichen streunenden Hunden.

Von Temuco(Chile) nach Mendoza(Argentinien)

Über den Pass Pino Hachado ging es wieder nach Argentinien. Deutlich sieht man, dass die Kordilleren den Regen auf der argentinischen Seite aufhalten. Die Landschaft ist kärger. Wir kamen wieder auf die legendäre Ruta 40. Großteils ist die RN40 asphaltiert. In El Solneado wollte Karl auf die alte RN 40. Wir wurden aber abgehalten weil sie angeblich nicht befahrbar sei. Wir nahmen die Schnellstraße. In San Carlos aber ließ es Karl keine Ruhe. So kehrten wir um und fuhren die alte Ruta 40, um einen Eindruck zu erhalten, wie vor 30 Jahren die Argentinische Nord-Südverbindung zu befahren war. Nach den 160 km bei schönem Wetter wussten wir, dass es für Mensch und Auto eine richtige Herausforderung war. Wir fuhren durch eine wunderschöne Landschaft und begegneten nur wenige Motoradfahrer.