Grenze Brasilien bis La Paz

Vom nördlichen Panatanal reisten wir am 9.10. über den kleinen Grenzübergang San Matias in Bolivien ein. Anfangs ähnelte die Landschaft stark der des Pantanals. Dieser Landesteil heißt Chicuitania. Benannt nach den indigenen Einwohnern, die von den Jesuiten missioniert wurden. Es ist eine trockene heiße Gegend mit viel Weideland. Berühmt sind die Jesuitenreduktionen = Orte des Glaubens wo die Qhiquito bzw. Guarani an Bildung und handwerklichen Tätigkeiten gelehrt wurden. Ihre traditionelle Lebensweise aber, wurde respektiert. Leider befahl im Jahre 1767 Kaiser Karl der 3. die Auflösung dieses heiligen Experimentes. Wir besuchten viele diese wie auf Perlenschnürren aufgereihten zum Teil neu restaurierten Kirchen. Schön in Erinnerung wird uns Santa Ana bleiben, wo wir eine exzellente Führung von einem einheimischen Pater erhielten mit anschließendem Orgelkonzert auf einer über 400 Jahren alter Orgel. Bei der Rückfahrt überraschte uns auf einer Nebenpiste ein starker Regen. Somit wurde die gemütliche Fahrt zu einer Schlammschlacht.In San Ignacio de Valasco setzten wir uns an einem Tisch mit drei Frauen. Es stellte sich heraus, dass zwei hier leben. Außerdem führt das Lokal wo wir uns kennenlernten eine Frau aus Sankt Radegund, die seit 40 Jahren hier lebt. Martina, eine Schweizerin, lud uns auf ihrer Estancia(2000 ha) in der Nähe ein, was wir auch gerne annahmen. Wir verbrachten eine schöne Zeit, machten eine gemeinsame Wanderung und erfuhren viel von der Landwirtschaft und Bolivien. Bis jetzt war es sehr heiß, oft hatten wir 40 °Celsius. Das hat sich jetzt geändert. Wir befinden uns in La Paz auf nahezu 4000 Höhenmetern. Ich koche gerade einen Coca-Tee, der uns hoffentlich die Höhenkrankheit vom Leib hält. Bei der Hinfahrt ging es allzu rasch auf über 4500m. Ich wollte nicht mehr weiterfahren, so nächtigten wir auf einer Höhe von 4000m. So machte ich Bekanntschaft mit der Sorocho, der Höhenkrankheit. Schlaflosigkeit, hoher Puls, Kopfschmerzen und Übelkeit plagten mich. Auf 3700 war schon eine Verbesserung und wir besorgten uns Tabletten und Tee und ich fühlte mich sofort besser. In La Paz stehen wir jetzt auf 3330 im Hotel Oberland.

PANTANAL

Von der Hauptstadt Brasiliens ,, Brasilia „legten wir bis Cuiabá, der Hauptstadt des Bundesstaates Mato Grosso über 1000 km zurück. Öfters nächtigten wir an kleineren ruhigeren Tankstellen, die sehr gut ausgestattet sind. Mato Grosso heißt übersetzt: Dichter Wald. Aber jetzt gibt es extensive Landwirtschaft. Soja, Baumwolle und andere riesige Getreidefelder beherrschen die hügelige staubige Landschaft. Die ursprüngliche Landschaft sieht man noch in den Reservaten der indigenen Kulturen. Die Stadt Pocone ist der Ausgangspunkt für die Touren ins Pantanal. Man überquert 125 Holzbrücken auf einer aufgeschütteten Schotterpiste, genannt Transpantaneira. Sie endet in Porto Jofre, wo man Bootstouren unternehmen kann. Das Pantanal im Herzen Südamerikas, ist das größte Feuchtgebiet der Erde. Ein Teil gehört zu Bolivien und Paraguay. Es ist kein Sumpf, sondern ein Überschwemmungsgebiet von rund 210 000 km². Schon am Anfang dieses Naturparadieses wimmelt es nur so von Kaimanen. Es gibt unwahrscheinlich viele Vogelarten. Tukane, Reiher, Löffler, verschiede Störche, einschließlich des größten Storchs, den Jabiru. In der Nacht ließ sich seelenruhig ein Tapir die Früchte neben unserem Auto schmecken. Der Höhepunkt im Pantanal war die Bootstour an entlegenen Nebenflüssen. Wasserbüffel, verspielte herzige Riesenotter, Wasserschweine und vor allen der Jaguar werden für uns unvergesslich bleiben.

Brasilia

Durch die Verlagerung der Hauptstadt von Rio de Janeiro in das Landesinnere wurde versucht, die gewaltigen Ressourcen im Binnenland besser zu erschließen. Präsident Kubitschek beauftragte 1955 den Architekten Oskar Niemeyer, Stadtplaner Lucio Costa und Landschaftsarchitekt Burle Marx diese Metropole zu bauen. Offiziell war die Verlegung der Hauptstadt von Rio im April 1960. Die Idee hatte schon der vorherige Staatsmann Bonifacio. Er konnte aber wenige begeistern. Erst durch die Prophezeiung des italienischen Pater Dom Bosco , dass irgendwo im 15. Und 20. Breitengrad eine neue Zivilisation entstehen wird, erhielt er Unterstützung.
Die Prophezeiung ist wohl der Grund, dass viele Sekten hier gegründet wurden.
Von der Luft aus betrachtet, ist die Form dieser Stadt ein Flugzeug. Es leben hier über 2,6 Mio. Menschen. Diese schon in den Jahren gekommene futuristische Architektur hat uns sehr begeistert. Es ist einfach eine ganz andere Stadt. Vor allem die Gebäude Oskars Niemeyers war für uns die Reise wert.

Eine Nacht im Kloster

So ca. 100 km östlich von Belo Horizonte liegt in einem wunderschönen Tal der Parque Natural do Caraca. Es bildet sich dort die Übergangszone vom atlantischen Regenwald und dem Cerrado(Savanne). Inmitten liegt das ehemalige Kloster und Internat Santuario do Caraca. Es wurde zu einer Pension (Pousada) umfunktioniert. Da hier das Campen nicht erlaubt ist, nahmen wir dort ein einfaches Klosterzimmer. Das regionale Essen war sehr gut, das Zimmer einfach und sauber. Nach dem Essen gab es eine schöne Messe.
Die Hauptattraktion aber sind die Mähnenwölfe die bis zum Kirchenportal zum Fressen kommen. Bis jetzt waren wir Wölfen noch nie so nah.

Tiradentes und Ouro Preto

Im 18.Jh wurde der Bundessaat Minas Gerais zum größten Gold- Produzenten der Welt“. So entstanden viele historische Städte. Sie alle zu besuchen, müssten wir noch einige Jahre in Brasilien bleiben. So besuchten wir für einige Tage Tiradentes und Ouro Preto. Durch den damaligen Reichtum entstanden wunderschöne, prunkvolle mit Gold überladende Kirchen. Tiradentes wurde zu Ehren des gemarterten Freiheitshelden, der von einer Farm in der Nähe stammte, benannt. Er und elf Mitverschwörer gründete die Inconfidencia Mineira, die erste organisierte Unabhängigkeitsbewegung, um die Portugiesen zu stürzen. Sie scheiterten jedoch, 1792 wurde Tiradentes hingerichtet. Er wurde gevierteilt, sein Kopf in Ouro Preto ausgestellt!
Von all den Kolonialstädten, die in Minas Gerais verstreut liegen, glänzt Ouro Preto. Mühsam ist es, die engen unebenen, sehr steilen Kopfsteinpflasterstraßen zu Fuß und auch mit dem Auto zu bewältigen. Nichts desto trotz quälten wir unseren Igl an einer der höchsten Stelle der Stadt, zur Kirche Francisco de Paula, wo wir die Nacht verbrachten.

Sao Paulo

Seit dem 7.09.17 sind wir wieder in Brasilien. In Sao Paolo genossen wir einige Tage die Gastfreundschaft von Madeleine und Roland, die wir in Uruguay kennen gelernt haben. Sie führten uns ins Zentrum der Altstadt diesen pulsierenden brasilianischen Schmelztiegel vieler Nationen. Die größte Stadt der Südhalbkugel(1554 von Jesuiten gegründet) hat viel zu bieten. Eigentlich sollte man längere Zeit in dieser Stadt verbringen. Meine Kamera in die von Menschenmassen dichtgedrängte Innenstadt mitzunehmen, wurde mir abgeraten. Also haben wir die Bilder in unseren Köpfen. Über 25 Mio. Menschen leben im Großraum der drittgrößten Metropole der Welt. Auch machten wir einen Ausflug zu einer Schnapsbrennerei wo ein besonders guter Zuckerrohrschnaps der,, Cachaca“ hergestellt wird. Der von Roland hergestellte Caipirinha schmeckte dann vorzüglich!! An einen Tag genossen wir das brasilianische Nationalgericht,, Feijoada“, ein köstliches Bohnengericht. Anschließend besuchten wir ein Freilichtmuseum von der britischen Railway Companie in der Stadt Paranapiacaba. Am Abschiedsabend gab es noch eine phantastische Grillerei.
Bei Madeleine und Roland möchten wir uns auf diesem Wege für die großzügige Gastfreundschaft bedanken.
Jetzt geht es in Richtung Brasilia weiter.

Schon wieder Reisefieber!

Wir sind aufgeregt. Am 7.Juni geht es nach Hause zum Heimaturlaub! Wir freuen uns, unsere Familie und Freunde zu sehen. Im September fliegen wir zurück und bereisen den nördlichen Teil Südamerikas.

Heute, den 3.6. sind wir an einem schönen Strand in Boraceia, das ist 130 km von Sao Paolo entfernt. Wir sind schon eine ganze Woche hier. Ich habe den Igl innen nochmals durch geputzt und wir beide haben täglich Sport betrieben. Vom Wetter ist es jetzt sehr angenehm. Es ist zwar Herbst hier, aber man kann trotzdem baden. Zwischendurch hat es kurz geregnet. Der Strand ist wochentags leer. Zum Wochenende kommen die Paulistas(Leute aus Sao Paulo) Da wird es am Campingplatz sehr laut. So nett die Südamerikaner sind, aber bezüglich lärmender Musik sind sie unschlagbar. Stolz präsentieren sie ihre dröhnenden Musikanlagen mit extremem Bass.

Jetzt geht es auf nach Sao Paulo.

Cananaia, Ilha Comprida ,Iguape

Cananaia-Ilha Comprida-Iguape

In Cananaia, einem sehr alten Kolonialsädtchen verbrachten wir zwei Tage. Als Campingplatz diente uns die Hafenmolle. Von dort gehen auch Fähren zu den umliegenden Inseln. Ein Fischer versorgte uns mit frischen Austern. Eine gute Vorspeise! Als Hauptgericht gab es Steak.

Weiter ging es nach Iguape. Dies ist eine der ältesten Städte des Landes. Iguape wurde 1538 von den Portugiesen gegründet, um Brasilien gegen die Spanier zu verteidigen. Sie hat sich das koloniale Erscheinungsbild bewahrt.

Iguape liegt an einer schmalen Meerenge vor der Ilha Comprida, einer langen und dünnen Insel(86 km lang, 3 km breit). Ein wunderschöner Strand erstreckt sich über die gesamte Atlantikküste.

Wir standen dort ganz alleine am Strand. Hin und wieder kamen freundliche Fischer vorbei. Einer versorgte uns mit wohlschmeckenden Zitronen aus dem eigenen Garten. Wir hatten schon wieder einen Wachhund: eine dreifärbige gelehrige anschmiegsame Hündin. Wenn  die Schiffsreise nicht wäre, hätten wir sie glatt mitgenommen. Karl überließ ihr seine gesamten Fleisch und Wurstvorräte. War wieder mal ein schwerer Abschied.

Weiter ging es südlich von Peruibe. Wir hatten einen Campingplatz im Naturpark ausgewählt. Es waren nur 20 km zu fahren aber wir benötigten geschlagene zwei Stunden dafür. Die Piste erinnerte uns an Afrika. Lehmig, tiefe Spuren, teilweise auch steinig. Aber der schöne Regenwald und der superschöne Strand haben uns entschädigt.