Brasilia

Durch die Verlagerung der Hauptstadt von Rio de Janeiro in das Landesinnere wurde versucht, die gewaltigen Ressourcen im Binnenland besser zu erschließen. Präsident Kubitschek beauftragte 1955 den Architekten Oskar Niemeyer, Stadtplaner Lucio Costa und Landschaftsarchitekt Burle Marx diese Metropole zu bauen. Offiziell war die Verlegung der Hauptstadt von Rio im April 1960. Die Idee hatte schon der vorherige Staatsmann Bonifacio. Er konnte aber wenige begeistern. Erst durch die Prophezeiung des italienischen Pater Dom Bosco , dass irgendwo im 15. Und 20. Breitengrad eine neue Zivilisation entstehen wird, erhielt er Unterstützung.
Die Prophezeiung ist wohl der Grund, dass viele Sekten hier gegründet wurden.
Von der Luft aus betrachtet, ist die Form dieser Stadt ein Flugzeug. Es leben hier über 2,6 Mio. Menschen. Diese schon in den Jahren gekommene futuristische Architektur hat uns sehr begeistert. Es ist einfach eine ganz andere Stadt. Vor allem die Gebäude Oskars Niemeyers war für uns die Reise wert.

Eine Nacht im Kloster

So ca. 100 km östlich von Belo Horizonte liegt in einem wunderschönen Tal der Parque Natural do Caraca. Es bildet sich dort die Übergangszone vom atlantischen Regenwald und dem Cerrado(Savanne). Inmitten liegt das ehemalige Kloster und Internat Santuario do Caraca. Es wurde zu einer Pension (Pousada) umfunktioniert. Da hier das Campen nicht erlaubt ist, nahmen wir dort ein einfaches Klosterzimmer. Das regionale Essen war sehr gut, das Zimmer einfach und sauber. Nach dem Essen gab es eine schöne Messe.
Die Hauptattraktion aber sind die Mähnenwölfe die bis zum Kirchenportal zum Fressen kommen. Bis jetzt waren wir Wölfen noch nie so nah.

Tiradentes und Ouro Preto

Im 18.Jh wurde der Bundessaat Minas Gerais zum größten Gold- Produzenten der Welt“. So entstanden viele historische Städte. Sie alle zu besuchen, müssten wir noch einige Jahre in Brasilien bleiben. So besuchten wir für einige Tage Tiradentes und Ouro Preto. Durch den damaligen Reichtum entstanden wunderschöne, prunkvolle mit Gold überladende Kirchen. Tiradentes wurde zu Ehren des gemarterten Freiheitshelden, der von einer Farm in der Nähe stammte, benannt. Er und elf Mitverschwörer gründete die Inconfidencia Mineira, die erste organisierte Unabhängigkeitsbewegung, um die Portugiesen zu stürzen. Sie scheiterten jedoch, 1792 wurde Tiradentes hingerichtet. Er wurde gevierteilt, sein Kopf in Ouro Preto ausgestellt!
Von all den Kolonialstädten, die in Minas Gerais verstreut liegen, glänzt Ouro Preto. Mühsam ist es, die engen unebenen, sehr steilen Kopfsteinpflasterstraßen zu Fuß und auch mit dem Auto zu bewältigen. Nichts desto trotz quälten wir unseren Igl an einer der höchsten Stelle der Stadt, zur Kirche Francisco de Paula, wo wir die Nacht verbrachten.

Sao Paulo

Seit dem 7.09.17 sind wir wieder in Brasilien. In Sao Paolo genossen wir einige Tage die Gastfreundschaft von Madeleine und Roland, die wir in Uruguay kennen gelernt haben. Sie führten uns ins Zentrum der Altstadt diesen pulsierenden brasilianischen Schmelztiegel vieler Nationen. Die größte Stadt der Südhalbkugel(1554 von Jesuiten gegründet) hat viel zu bieten. Eigentlich sollte man längere Zeit in dieser Stadt verbringen. Meine Kamera in die von Menschenmassen dichtgedrängte Innenstadt mitzunehmen, wurde mir abgeraten. Also haben wir die Bilder in unseren Köpfen. Über 25 Mio. Menschen leben im Großraum der drittgrößten Metropole der Welt. Auch machten wir einen Ausflug zu einer Schnapsbrennerei wo ein besonders guter Zuckerrohrschnaps der,, Cachaca“ hergestellt wird. Der von Roland hergestellte Caipirinha schmeckte dann vorzüglich!! An einen Tag genossen wir das brasilianische Nationalgericht,, Feijoada“, ein köstliches Bohnengericht. Anschließend besuchten wir ein Freilichtmuseum von der britischen Railway Companie in der Stadt Paranapiacaba. Am Abschiedsabend gab es noch eine phantastische Grillerei.
Bei Madeleine und Roland möchten wir uns auf diesem Wege für die großzügige Gastfreundschaft bedanken.
Jetzt geht es in Richtung Brasilia weiter.