Cananaia, Ilha Comprida ,Iguape

Cananaia-Ilha Comprida-Iguape

In Cananaia, einem sehr alten Kolonialsädtchen verbrachten wir zwei Tage. Als Campingplatz diente uns die Hafenmolle. Von dort gehen auch Fähren zu den umliegenden Inseln. Ein Fischer versorgte uns mit frischen Austern. Eine gute Vorspeise! Als Hauptgericht gab es Steak.

Weiter ging es nach Iguape. Dies ist eine der ältesten Städte des Landes. Iguape wurde 1538 von den Portugiesen gegründet, um Brasilien gegen die Spanier zu verteidigen. Sie hat sich das koloniale Erscheinungsbild bewahrt.

Iguape liegt an einer schmalen Meerenge vor der Ilha Comprida, einer langen und dünnen Insel(86 km lang, 3 km breit). Ein wunderschöner Strand erstreckt sich über die gesamte Atlantikküste.

Wir standen dort ganz alleine am Strand. Hin und wieder kamen freundliche Fischer vorbei. Einer versorgte uns mit wohlschmeckenden Zitronen aus dem eigenen Garten. Wir hatten schon wieder einen Wachhund: eine dreifärbige gelehrige anschmiegsame Hündin. Wenn  die Schiffsreise nicht wäre, hätten wir sie glatt mitgenommen. Karl überließ ihr seine gesamten Fleisch und Wurstvorräte. War wieder mal ein schwerer Abschied.

Weiter ging es südlich von Peruibe. Wir hatten einen Campingplatz im Naturpark ausgewählt. Es waren nur 20 km zu fahren aber wir benötigten geschlagene zwei Stunden dafür. Die Piste erinnerte uns an Afrika. Lehmig, tiefe Spuren, teilweise auch steinig. Aber der schöne Regenwald und der superschöne Strand haben uns entschädigt.

Penha-Curitiba

Penha- Curitiba
Nach der Fahrt quer durch das Land machten wir Ferien am Meer. Lange Spaziergänge am Strand, Laufen, Besuche von Strandkneipen war angesagt. Nach fünf Tage faulenzen besuchten wir die Stadt Curitiba(1,75 Mio. EW). Wichtig für uns war der Besuch des Museums des weltberühmten Architekten Oscar Niemeyers, welcher neben berühmten Bauten auch die Hauptstadt Brasilia geplant hat. Wanderausstellungen von brasilianischen und internationalen Künstlern finden hier statt. Im Keller gibt es eine Dauerausstellung über Niemeyer selbst. Ich bin ein Fan seiner Bauten. Er besaß das Talent, Beton zu architektonische Meisterwerke zu verwandeln. Sein geschwungenes Design begeistert. Oskar Niemeyer starb am 5.12.12 nur 10 Tage vor seinem 105. Geburtstag.
Wir wollten noch eine Stadtrundfahrt in Curitiba machen, aber der Regen machte unseren Plan zunichte. Bei 900 m Seehöhe jetzt im Herbst wurde es auch sehr kühl. Curitiba ist eine Stadt mit hoher Lebensqualität, viele Grünflächen und guter Infrastruktur.

Besuch im ,,brasilianischen Tirol„

 

Dreizehnlinden=Treze Tilias, liegt im mittleren Westen des Bundesstaates Santa Catarina .Dieser Ort wurde von den Einwanderer wegen der Ähnlichkeit mit der österreichischen Landschaft gewählt. In Österreich herrschte große Arbeitslosigkeit und der Landwirtschaftsminister Andreas Thaller entschloss sich, eine neue Heimat zu finden. Am 13.10.1933 wurde die Gemeinde gegründet. Es kamen 14 Einwanderungsgruppen, die meisten aus dem Land Tirol. Im Laufe der Jahre haben die Einwanderer Architektur, Musik, Sprache, Kunst, Folklore, Gastronomie und Tradition aufrechterhalten.

Wir besuchten Josef, einen Verwandten unseres Freundes Karl in dieser Stadt. Er zeigte und erzählte uns viel über Dreizehnlinden. Übrigends: herrliches Bier wird hier gebraut!!

Im Süden Brasilien trifft man auch viele deutschstämmige Brasilianer. Städte wie Blumerau, Pomerode und andere pflegen auch hier ihre Tradition. Die ersten deutschen Einwanderungswellen gab es in den 1850er und den 1890er Jahren. Politische und wirtschaftliche Flüchtlinge kamen um 1940. Allmählich verebbt die deutsche Sprache bei der jüngeren Generation.

Ältere Leute(in unserem Alter) freuen sich, wenn sie Deutsch sprechen können. Auch viele andere Nationen haben sich in Brasilien angesiedelt.

Iguacu-Fälle (Brasilien)

Wir hatten das Glück, die Iguacu-Fälle zum zweiten Mal zu sehen. Vor 8 Jahren waren wir schon hier. Diesmal blieben wir auf der brasilianischen Seite. Auf einem mehr als 3 km langen und 80 m hohen Areal stürzen sich ganze 275 Kaskaden in die Tiefe.

Auf einer 1200 m langen Route entlang dem Rio Iguacu bekommt man einen guten Überblick über das grandiose Gebiet. Am Fuße der Garganta do Diablo (Teufelschlucht) endet der Pfad. Auf einen Steg gelangt man zur Mitte des Flusses und man spürt die Kraft des Wassers. Regenschutz ist angesagt. An der Einfahrtstrasse sahen wir schon Turkane. Viele schlaue freche Nasenbären wuselten um die vielen Besucher.