Musawwarat und Pyramiden von Meroe

Nach schönen Tagen in Khartoum ging es in die Wüste. In Sudan gibt es viele Tempel-Anlagen sowie Pyramiden zu besuchen. Die Pyramiden sind zwar nicht so groß wie in Ägypten, dafür kann man sie fasst alleine bestaunen. Bei jeder Besichtigung schliefen wir in der Wüste. An die Stille und Ruhe dort mussten wir uns erst wieder gewöhnen. Einmal saßen zwei Souvenirverkäufer neben unserem Auto und breiteten ihre Ware aus. Wir wollten zwar nichts kaufen, aber als wir erfuhren, dass sie von der nächsten Ortschaft die 3 km von uns entfernt  war, kamen, kauften wir ihnen ein paar Sachen ab.

Weiter ging unsere Reise von Atbar nach Port Sudan am roten Meer. Die ersten paar hundert Kilometer fuhren wir durch eine Sandwüste und die letzten 100 Kilometer wurden gebirgig mit Höhen bis zu 1500 m. Zurzeit ist es in Sudan nicht so heiß. Tagsüber in der Sonne hat es schon bei 30°, in der Nacht kühlt es ziemlich ab.

Sudan – Khartoum

Am 09.12.13 überquerten wir die Grenze Äthiopien-Sudan. Fasst schlagartig wurde es flacher, keine Menschenmassen und Tiere beschlagnahmten die Straße. An einem Tag fuhren wir von der Grenze entlang an teilweise schon geernteten Sorghum, Sesam, Mais und andere Getreidefeldern nach Khartoum.

Khartoum ist für eine afrikanische Stadt sehr sauber, fasst schon westlich. Es gibt sogar Verkehrsampel und die Autofahrer bleiben bei rot tatsächlich stehen. Die Menschen sind äußerst freundlich und im Gegensatz zu anderen Ländern  zurückhaltend. Wir erfuhren eine überaus großzügige Gastfreundschaft. Von einem Sudanesen, der in Wien studierte, wurden wir in seinem Haus zu einem feudalen Essen eingeladen. Als wir ihn mitteilten, dass wir uns für die tanzenden Derwische interessierten, fuhr er uns zum Grab des Hamid del Nil wo jeden Freitag der Tanz der Derwische stattfindet. Anschließend organisierte er über Bekannte einen Besuch in der großen Masid Moschee bei der Sufi Moslem Gebets und Tanzzeremonien zelebrierten. Auch als Frau kann man als Zuseher daran teilhaben. Wir wurden als Ehrengäste behandelt und Karl durfte beim Derwisch Ritual an der Seite des Oberhauptes und UN Botschafters Sheik Sadekh mitmachen. Anschließend gab es ein Essen. Dieser Tag wird uns immer in Erinnerung bleiben.

Nord Äthiopien

Addis Abeba, eine 120 Jahr alte Stadt, liegt auf einer Hochfläche von 2350 – 2500 m. Im Wim`s Holland House, ein Treff der Globetrotter verbrachten wir einige Tage. Es liegt im Zentrum der Stadt, das Essen ist gut und man kann wichtige Informationen mit anderen Reisenden austauschen. Auf den Weg nach Lalibela hatten wir ein Problem mit einem Sensor, so  fuhren wir die 400 km vom Lake Hayk nach Addis zurück um dies zu reparieren.

Die nächsten Tage  fuhren wir dann die östliche Route durch eine atemberaubende Landschaft in Richtung Lake Tana. Schön sind die Nilschluchten. In einem 1000 m tiefen Tal fließt der blaue Nil nach Khartum. Nach zahlreichen Serpentinen führt die Straße  über eine moderne Brücke. Zwei geruhsame Tage verbrachten wir am Lake Tana bei Kim und Tim, einem holländischen Paar. Sie betreiben hier eine Lodge, das viele Arbeitsplätzte schafft.

Weiter ging es über Gonder nach Axum, Mekele und an den  kulturellen Höhepunkt der Reise nach Lalibela. In Lalibela  gibt es elf weltberühmte Kirchen aus dem 12. Und 13. Jhrd. Es sind überwiegend  Gruft und Grottenkirchen sowie die vier monolithischen Kirchen. Juwel der Anlage ist die Georgs- Kirche, die in Kreuzform in Fels gemeißelt ist. Diese Kirchen sind nicht nur Denkmäler, sondern auch heute noch Andachtsräume eines alten tief empfundenen Glaubens.

Wir waren von der Schönheit dieses Landes hingerissen! Die hochgelegenen Bergstraßen führten uns an die bei den Getreideerntenden Bauern vorbei. Man fühlt sich um 100 Jahre zurückversetzt. Wenn Kinder unser Auto erspähten, kamen sie aus allen Richtungen herbeigelaufen. Wir wunderten uns immer wieder über ihre Schnelligkeit wie sie ohne Schuhe über die Felsen laufen. Unser Auto fungierte morgens paarmal als Schulbus.

Meistens kommt man mit dem Auto nicht schnell vorwärts. Die Hauptrouten sind zwar schön asphaltiert, aber die Straßen sind voll von Menschen, Kühen, Esel, Schafen und Ziegen. Sehr anstrengend!