Das Volk der Mursi

Es gibt mehr als 83 ethnische Gruppen und unser Interesse galt im Südosten den exotischen Kulturen der Mursi, Kara und Hamer. Die Mursi, ein von Ackerbau und Rinderzucht lebender Volksstamm sind für seine auffälligen Körperschmuck, Bemalung, Narben, Tellerlippen und Ohrläppchen berühmt. Die Lippenteller der Frauen: im Alter von etwa 17 Jahren wird die Unterlippe der Länge aufgeschnitten und die unteren vier Schneidezähne herausgebrochen. Ein Holzstift verhindert das zusammenwachsen der Lippen. Später werden die selbstgemachten Tonscheiben eingesetzt. Dies soll das Ansehen und den Brautpreis erhöhen.

Mit dem Führer Marc, einem jungen Mann vom Volk der Hamer besuchten wir ein Mursi Dorf im Mago Nationalpark. Wir hatten dabei  Stress, den alle wollten fotograviert werden. Wollte man einen bestimmten fotogravieren, waren gleich fünf andere im Bild. Jeder bekam pro Bild Geld.

Äthiopien Süden

 

Am 09.11.13 reisten wir in Äthiopien ein. Die Grenzformalitäten wurden rasch abgewickelt. Äthiopien ist etwa dreimal so groß wie Deutschland und neben Lesotho das höchstgelegene Land Afrikas.

Überrascht hat uns die Fruchtbarkeit und Schönheit der Landschaft. In über 2000 m gedeiht Weizen, Mais,  Kartoffel, Teff, Sorghum und Gerste. Die Hauptstraßen, die sehr schön sind, sind  voller Menschen, Esel und Rinderherden. Man fährt immer mit höchster Konzentration. Mit Hüftwackeln und Froschtanz versuchen die Kinder unsere Aufmerksamkeit zu erlangen. Immer wieder hören wir: You, You…give Money, Money.

In der Gegend von Konso schufen die Bewohner um das Land gut zu nutzen, an den Berghängen Terrassen. Wir fuhren  von Konso in den Mago National-Park, dann zurück in Richtung Bale Gebirge, dann entlang der Seen des ostafrikanischen Grabenbruchs nach Addis Abeba.

Nairobi und Kenias Norden

Insgesamt verbrachten wir 8 Tage in Nairobi. Die Stadt liegt 1800 m hoch und hat ein angenehmes Klima. Obwohl wir keine Städtetouristen sind und bezüglich Kriminalität die Stadt auch nicht ohne ist,  hat es uns recht gut gefallen.Weiter ging es, an Bananen-, Kaffee- und Blumenplantagen vorbei in die Gegend des Mt. Kenia. Er ist 5199 m hoch und der zweitgrößte Berg Afrikas. Leider zeigte er sich uns stets wolkenverhangen. In der Stadt Nanyuki waren wir überrascht, dass das englische Militär ein Trainingszentrum für Urwald und Wüsteneinsätze  hat. Von hier hat man einen herrlichen Blick auf das Laikipia-Platau(erstreckt sich vom Mt. Kenia bis an den Rand des ostafrikanischen Graben)

Isiolo ist die letzte größere Stadt vor dem trockenen Norden. Hier trifft man auf malerisch gekleidete Nomaden aus dem Norden. Es sind Samburo(ähnlich der Massai), Turkana, Somali und Boraner.

Ursprünglich wollten wir zum Lake Turkana, aber die etwas verfrühte kleine Regenzeit und man erzählte uns von den Spannungen zwischen Samburos und Turkana, machten unseren Plan zunichte. In Archer`Post, im Umjoja Campsite verweilten wir 2 Tage. Das Frauendorf und Campsite wurde von Rebecca Lolosoli gegründet, die sich für die Rechte vergewaltigter Frauen einsetzt. Mit den Einnahmen  aus dem Camp und der Herstellung von Perlenschmuck können sich einige Frauen ihre Unabhängigkeit von ihren despotischen und faulen Männern finanzieren.

So nun ging es  in Richtung Äthiopien. Die Strecke hat wegen der Überfälle von Banditen und der äußerst schlechten Straße einen üblen Ruf. Die Polizei versicherte uns aber, dass zurzeit Ruhe herrscht, aber die Straße nach Marsabit  wegen dem Regen unpassierbar sei. Wir fuhren trotzdem los. Karl und der Igl  meisterten bravourös die sehr seifigen, tiefen Schlammpassagen. Haarig wurde es, wenn wir uns an den vielen steckengebliebenen Autobusse und Militärfahrzeugen vorbeischlängelten. Insgesamt benötigten wir für die 450 km lange Strecke zur äthiopischen Grenze Moyale 2 Tage. Vor Marsabit machten wir Bekanntschaft mit Steine werfende Jugendliche. Jetzt haben wir einen Sprung im Fenster an der Seitentür. Hoffentlich machen wir diese Erfahrung nicht öfters!